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Gesellschaft und Soziales Philosophie

Soll ich mich verändern?

Ja, falls sie glücklicher werden wollen

Krogerus & Schäpperler in Das Magazin Nr. 26, Juni 2020

Nicht alle Entscheidungen sind wichtig. Was wir zum Lunch essen, zum Beispiel, oder wo wir uns die Haare schneiden lassen, ist eigentlich unwichtig, weil die Konsequenzen unserer Handlung keine langfristigen Folgen haben.

Einige Entscheidungen aber verändern unser Leben grundlegend. Häufig tun wir uns schwer mit solchen Situationen, in denen wir zwischen zwei attraktiven Alternativen stehen. Beide haben Vorteile und Nachteile, man fertigt eine Pro/Contra-Liste an, die Argumente halten sich jedoch die Waage. In der Forschung nennt man solche Entscheide «Hard Choices».

Der US-Amerikaner Steven Levitt hat kürzlich eine Untersuchung über solche Mega-Entscheide veröffentlicht. Seine Forschungsfrage lautete: «Wenn es um die ganz grossen Dinge geht: Bereuen wir Dinge eher, wenn wir sie machen oder wenn wir sie nicht machen?»

Grundsätzlich muss man dazu sagen, dass wir eine erhebliche Voreingenommenheit gegen Veränderungen haben. Wenn es um die grossen Entscheidungen geht, sind die meisten Menschen im Grunde genommen äusserst vorsichtig und neigen dazu, am Status quo festzuhalten. Die Erklärung dafür ist naheliegend. Veränderung, selbst zum Besseren, bedeutet immer erst einmal Unsicherheit, und wir versuchen instinktiv, Unsicherheit zu vermeiden.

Levitts Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das falsch ist. Denn jene, die sich für eine Veränderung entschieden, waren sechs Monate später glücklicher als diejenigen, die den Status quo bevorzugten. Und diejenigen, die eine triviale Entscheidung trafen, zum Beispiel, ob sie eine Diät beginnen oder sich einen Bart wachsen lassen sollten, waren gleich (un)glücklich wie vorher, egal wie sie sich entschieden hatten.

Die Ergebnisse kann man in dieser Faustregel zusammenfassen:

Wenn Sie sich nicht entscheiden können, was Sie tun sollen, wählen Sie immer jene Handlung, die eine Veränderung darstellt.

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